KAMPF
wie so vieles bereits gesagt,
immer wieder geschrieben,
auf Bändern und Blättern
sprachlich gefeilt und geschliffen,
ob in dieser oder jener Sprache,
so will ich beginnen zu trachten,
nach neuen Ausdrücken,
Formulierungen und Fabulierend,
erfinden neue Wörter,
die noch besser,
noch verständlicher,
die Klarheit des Ausdruckes,
des Bewußtseins des Verstandes,
für jeden der lesen kann,
es nicht nur lesend erleben,
auch fühlend,
das Gespinst, des Wortes,
zergehend, zart,
hauchend und durchschauend,
und wenn`s sein muß,
hart, grob und laut,
so wie Filigran,
aber auch wie Paukenschläge,
nicht nur lesend,
sondern sehend,
fühlend, riechend.
Das geschriebene Wort,
gewandelte Wort in Töne,
so wandelnd,
daß Jeder meine Worte,
in wahrer Wirklichkeit
sieht und versteht.
Ich merke aber meine Ohnmacht,
der Wunsch ist da,
ich zerre an den Schranken,
will lösen die Fesseln,
das die Wortgewalt,
wie im Sturme auf mich prallt,
um zu schreiben, das mein Stil,
verzaubernd mich und euch,
aber davon weit entfernt,
spür ich meine Nacktheit,
und meine Wut,
diesen Kampf,
herausgefordert,
noch nicht dem Ende genähert,
sondern stehend am Anfange,
und habe ich den Willen,
und gebe mir die Macht,
hervorzugeh`n als Sieger,
niederzuringen,
das große, häßliche Wort.
© copyright 1998 by ronald dollinger