DER SUCHENDE
betend zu gott,
zu den engeln,
zum allmächtigsten geist,
der um uns ist,
oder zu sein gedenkt,
betend und ohne groll,
so flehe ich tag und nacht
um mehr zu sehen und zu hören,
um zu erkennen,
die wahren dinge der welt,
zu schauen
hinter den schleier des todes,
zu hören,
das wispern und rascheln des geistes,
nichts hilft,
verzeih du allmächtiger geist,
nicht hadernd,
nicht verzagend rufe ich dich an,
nur hilf mir endlich
auf den grund der dinge zu schauen.
klopf mal hier, oder klopf mal da,
du geist den ich rief und spei,
kein geist, kein engel ist da,
auch du, mein vater erscheinst mir nicht,
was halt ich davon,
was denk ich mir
nichts weiß ich mehr als du,
du anderes ich,
so betend, flehend,
segnend über den dingen,
ich schau
sehend und hörend noch immer nicht geworden.
was halt ich von den sternen,
bestimmen das leben
auch der mond ist dabei,
mal zu, mal abnehmend,
mir sagt er nichts,
er läßt mich schlafen,
das sagt er mir
oder ist es gar ein geist
und nicht der mond?
und so, verzeih
verzag ich hier und komm nicht zur ruh,
sprech ich an die geister die ich schon rief,
nur - wie werd ich sie wieder los,
so erscheinen sie mir?
© copyright 1998 by ronald dollinger