DIE KLINKE
Eine Klinke,
berührt, von Händen,
den RECHTEN,
den LINKEN,
Ihr egal - UNS egal?
Manche Klinken,
unberührt, rein und fein,
silbern, golden, hölzern,
sehnen sich - nach Berührung.
Klinken berührt,
unberührt, von Kinderhänden,
unschuldig,
klebend vom Schmutz der Erde,
aber nicht klebend vom Blute.
Laßt Klinken sprechen,
ob an Türen, Toren, Pforten,
ob an Katen, Villen, Schlösser,
alle haben Geschichten,
von rechten Händen und von linken,
von Arm und von Reich.
Keine Klinke ist wie die andere,
so soll`s auch immer sein,
denn jede kann erzählen,
von Demut und Hochmut,
von Freude und von Trauer.
Klinken ständig im Gebrauch,
zum öffnen, zum schließen,
für den Anfang, für das Ende,
Klinken können auch uns,
winken den Abschied.
So können Klinken,
leise und laut fallen ins Schloß,
gehörend zum Gotteshaus,
zum Krankenhaus,
zum Trauerhaus,
weißt Du,
welche Klinke Deine letzte sein wird?
In die Herrlichkeit,
Deines Geistes, des Lichtes,
führt Dich keine Klinke,
denn öffnen wird sich,
der Kanal, der Tunnel,
zum Einssein - ohne Klinke.
© copyright 1998 by ronald dollinger