Zeit
Wie ein Wirbelwind,
der über` s Land braust,
alles was nicht angebunden,
er mit sich fort bläst,
vergeht die Zeit,
die rasende, schnellebige,
und läßt mich erschauern,
denn wie ewig war die Zeit,
als ich jung und knospig,
nun im reifen Alter,
will` s mir scheinen,
der Hügel ist schon aufgeworfen,
das Kreuz errichtet,
ich bin aber noch nicht müd ,
und die Windzeit rast
auch an mir vorbei,
eh ich `s mich verseh ,
schaut aus dem ehemals blanken,
kristallenen Spiegel,
jetzt dumpf und angehaucht,
eine alte Fratze heraus,
das bin wohl ich , ja ,
wie lange will ich denn sein?
© copyright 1998 by ronald dollinger