Augen

Augen aus denen ich seh
so manches vergangene Jahr,
an mir vorüberzog,
Schatten und Licht,
wechselten sich zum Reigen,
den ich ab und zu ,
aus meinen Händen gleiten ließ ,
immer wieder bereit,
ihn zu fassen und die Richtung
bestimmend zu geben.
Augen aus denen ich seh,
Veränderungen an mir und andern,
im Geiste jung geblieben,
und kann noch halten,
was die Jungen sich erträumen,
vergessend,
ich fühle mich jung,
aber die Jugend sieht in mir,
den ältern Menschen,
der sich benimmt
wie zu ihnen gehörend,
dabei sich lächerlich machend.
Augen aus denen ich seh ,
sehn mich nach dem Gesicht,
daß ich trug zwanzig Jahr zuvor,
war auch nicht hübsch,
aber glatt und jugendlich,
was nutzt mir meine Tugend.

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© copyright 1998 by ronald dollinger