EIN TROPFEN

Ich schau herab im Morgengrauen,
wenn die Sonne erwacht,
im Grase blinken und blinzeln,
einzelne und mehrere,
Tropfen, übriggeblieben der Nacht,
in grünem, rotem, blankem Farbenspektrum,
durch die Sonne, zum neuen Glanz erwacht.

So sinne ich über die Tropfen im Grase,
will sie erheben, dem Lichte entgegen,
da sind sie verdampft.
Warum?
Gib mir die Antwort, warum der Same keimet,
nach schlafender Zeit,
Gib mir die Antwort, warum ein Wurzelstock,
vertrocknet steht im Winter, und blüht jetzt wieder,
Einen losen Zweig, den ich band,
sich riß vom Baume, stark war jener Wind,
jetzt hängt die erste Pflaume,
Wie ist das möglich ,
gib mir nun die Antwort, das uns Menschen nicht gegeben,
dieser Widerstand; Erneuerung des alten Lebens.

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© copyright 1998 by ronald dollinger