Herbst

Das erste zitternde Gefühl,
das uns am Morgen beschleicht,
wenn wir nach dem Erwachen
öffnen unsre Fenster,
und die Kühle der vergangenen Nacht,
bricht in unser Schlafgemach.
Dann sehen wir im mildglänzendem Licht,
verhangende Dunstschleier sich am Waldesrand erheben,
die ersten feuchtglänzenden ,tropfenbehangenen Spinnenweben,
über den Gräsern schweben,
wie ein neugewobener Teppich,
der alles bedeckend und doch durchscheinend,
die Natur umhüllen will um sich zu rüsten,
auf den nahenden Tag,
der neue Blätter von den Bäumen,
die langsam schwebend hinabgleiten ,bringen wird.
Diese dann in mattschimmernden Farben,
liegen als neue Farbtupfer am Boden
und zeigen nach oben zum milchigblauen Himmel,
der über Wald und Flur, Dorf und Stadt strahlt,
und den Menschen und das Tier mahnt,
zu eilen den Ofen zu heizen,
und die Höhle zu polstern, damit es nicht friert.

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© copyright 1998 by ronald dollinger