Sommer

Wenn die Sonne den Tag
mit seiner Hitze schwängert,
stöhnen wir unter der Last,
des Durstes und des Schweißes,
und es bricht dann ab und zu,
Gedanken des Brandes und des Todes,
durch den rotglühenden Ball,
der sengend uns und die Erde
austrocknen will zum sterben.

Auch die längste Hitzezeit
muß mal dem Donner weichen,
wenn ertönt das erste tiefe Grollen,
die Luft ,die uns Kopfweh verursacht,
heizt sich kräftig ein,
um mit einem großen Krache,
ähnlich einem Peitschenknalle,
zu beenden und zu reinigen
die Atmosphäre und uns vom Staube.

Wie neugeputzt spiegeln sich Strassen
nach dem Regen in den Pfützen,
Gärten und Wälder glänzen,
als ob die große Reinigung einen neuen Anstrich,
den Blättern und Blumen gab,
und wir atmen Gerüche durch die Nase,
die wir lange nicht mehr wahrgenommen,
nach frischem Grase und feuchter Erde,
alles erweckt zum neuen Leben.

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© copyright 1998 by ronald dollinger