Ballade vom Speer I.

Lang und spitz mit glattem Schaft ,
hält ihn der Vater mit fester Hand ,
an seiner Wunde mit blut`gen Rand ,
läuft im roten Strome sein Blut ,
rinnt aus seinem Herzen hinab die Brust ,
unter ihm sein Pferd sich bäumt ,
als würfe es ab die Last ,
die getroffen vom Todesstoße.
Sich mühsam haltend im Sattel ,
so peitscht der Vater das schäumende Roß ,
sinkt hinab auf`s braune Feld ,
sterbend sieht er den Himmel , der große Held .
Da kommt herangeritten der edle Sohn ,
in weißer Rüstung ohne Trost ,
stürzt in hastiger Eile ,
hinab zum sterbenden Vater hin ,
reiß ab den schweren Panzer ,
legt bloß die offene , härende Wunde ,
zieht heraus mit mutiger Hand den Speer ,
beugt sich zu den röchelnden Lippen ,
und spürt das Ende nahen ,
nimmt Abschied von des Vater`s Leib,
und schwört Rache dem Feind .

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© copyright 1998 by ronald dollinger